Rechtzeitig zu Ostern ein weiterer Lebensmittelskandal: In Eiern wurde Dioxin gefunden.

Wie bisher bei jedem Skandal, wird auch dieser voraussichtlich wieder einige Verbraucher dazu bewegen, sich über Herkunft und Nachhaltigkeit von Lebensmitteln Gedanken zu machen.

Doch auch die Biobranche bleibt nicht von Negativmeldungen verschont: Weichmacher in Olivenölen, konventionelle Fütterung bei Tieren aus angeblich ökologischer Aufzucht.

Wie bio ist „Bio“ wirklich und was ist eigentlich drin in biologisch erzeugten Lebensmitteln? Woher kommt mein „täglich Brot“? Wie sieht die Klimabilanz aus? Unter welchen Arbeitsbedingungen werden die Produkte hergestellt? Kommt ein Biobetrieb ohne Spritzmittel und Düngung aus? Kurz: woran kann ich mich als Verbraucher orientieren?

Im Vergleich zum EU-Biosiegel bieten Anbauverbände wie Demeter, Bioland, Naturland, ecovin, Biokreis etc. mit ihren Zertifizierungen ein höheres Maß an Sicherheit durch häufigere Kontrollen und strengere Auflagen. Demeter und Bioland gelten als die strengsten Anbauverbände.

Es gibt viele Aspekte, die für dieses Thema relevant sind. Die folgende Aufstellung möchte einen Überblick darüber geben, welche wichtigen Siegel es gibt, und was sich dahinter verbirgt.


 


 

EU-BIO

Verbands-BIO

(z.B. Demeter, Bioland, Biokreis, Naturland, ecovin)

Auswirkungen


 


 


 


 

Bewirtschaftungsform

Teilumstellung der Betriebe erlaubt

Umstellung des gesamten Betriebs ist Pflicht

Teilumstellungen erschweren die Kontrolle der Höfe

Düngung und Tierhaltung

Konventionelle Gülle darf eingesetzt werden, sofern sie nicht aus Betrieben ohne Land stammt und Gülle aus Biobetrieben nicht verfügbar ist

Einsatz konventioneller Gülle ist verboten

Antibiotika und andere Rückstände gelangen durch Verwendung konventioneller Gülle auf den Acker


 

Je Hektar landwirtschaftlicher Fläche erlaubt die EU 14 Mastschweine oder 580 Masthühner oder 230 Legehennen

Verbände erlauben je Hektar 10 Mastscheine, 280 Masthühner, 140 Legehennen

Durch die größeren Flächen für die Ausbringung von Mist, schützt Verbandsbio wirkungsvoller vor Überdüngung. Betriebe werden dadurch jedoch weniger wirtschaftlich.


 

Eigene Futterproduktion wird bevorzugt, ist jedoch nicht vorgeschrieben

Mindestens 50 % des Futters müssen vom eigenen Hof stammen

Ein geschlossener Kreislauf wird gefördert

Herkunft

Das Bio-Siegel sagt nichts über die Herkunft der Rohstoffe

Alle oder zumindest ein Großteil der Zutaten kommt von Verbandsmitgliedern. Sie sind fast alle in Deutschland zuhause. Lediglich Demeter und Naturland sind international tätig.

Regionale Wirtschaftskreisläufe werden gefördert

Pflanzen-schutz

Pyrethroide (ein Nervengift für Insekten) dürfen für Schädlingsfallen in Obstkulturen im Mittelmeerraum eingesetzt werden, Einsatz von Kuper auf 8 kg pro Hektar beschränkt

Pyrethroide dürfen nicht eingesetzt werden, Kupfer maximal 3 kg pro Hektar


 

Kennzeich-nung

„Bio“ darf verwendet werden, wenn 95% der Zutaten aus ökologischer Erzeugung stammen und die anderen Zutaten nicht in Bioqualität verfügbar waren

Bio“ darf verwendet werden, wenn 100% der Zutaten aus ökologischer Erzeugung stammen. Bei Nichtverfügbarkeit kann der Verband eine Ausnahmegenehmigung bis zu einem Anteil von 5% erteilen.


 

Zusatzstoffe

47 Stoffe zugelassen

22 Stoffe zugelassen


 

Nitritpökelsalz

Ist für Fleischerzeugnisse zulässig

Ist bei Bioland, Demeter und GÄA nicht zugelassen


 

Verpackung

Nicht geregelt

Vorgaben für die Verwendung von Verpackungen


 

Gentechnisch veränderte Organismen

Generelles Verbot

Generelles Verbot


 


 

Quellen: www.echt-bio.de, www.demeter.de, www.bioland.de

Sibylle Albrecht, Natural Trainings